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Volkswagen

Autobauer legt Milliarden für Expansion beiseite

[16:10, 29.07.10]
Von Gregor Haake

Der Autobauer peilt das beste Jahr aller Zeiten an und rüstet sich für mögliche neue Zukäufe. Die Barmittel der Wolfsburger schwellen um über 40 Prozent auf fast 18 Mrd. Euro an. Im Blick haben dürfte Wolfsburg den Lkw-Bauer  MAN.

Mit kräftig steigendem Gewinn und auf 17,5 Mrd. Euro deutlich angeschwollenen Barmitteln bereitet sich  VW auf die Expansionsstrategie der nächsten Monate und Jahre vor. "Nun kann  Volkswagen  MAN übernehmen und danach die ganze Welt", sagte Arndt Ellinghorst, Analyst der Bank  Credit Suisse. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch will einen Konzern bilden, der vom Motorrad über Pkw und Transporter bis zu Schwerlastern alles im Angebot hat. Zudem wollen die Wolfsburger bis spätestens 2018  Toyota als weltgrößten Autobauer ablösen.

Um die Unternehmensziele erreichen zu können, brauchen die Niedersachsen viel Geld. Allein die schrittweise Übernahme des Sportwagenbauers  Porsche kostet insgesamt etwa 16 Mrd. Euro. Ende vergangenen Jahres kaufte  VW bereits die Hälfte des Autogeschäftes der Stuttgarter, 2011 soll das Unternehmen komplett integiert werden. Zudem will der Wolfsburger Konzern die Salzburger Autohandelsgesellschaft von  Porsche übernehmen.

Experten erwarten zudem, dass  Volkswagen demnächst seinen Anteil am Münchner Nutzfahrzeughersteller  MAN von knapp 30 Prozent der Stimmrechte erhöht. Am schwedischen Rivalen Scania besitzt  VW bereits die Stimmrechtsmehrheit.  Volkswagen hatte jüngst einen neuen Vorstandsbereich geschaffen, um seine Beteiligungen an den Lkw-Bauern zu bündeln.

Beobachter rechnen zudem damit, dass  VW die im Januar erworbenen knapp 20 Prozent am japanischen Kleinwagen- und Motorradspezialisten Suzuki auf mittlere Sicht nicht reichen werden. Zudem gibt es immer wieder Gerüchte,  VW begeistere sich für die zum Fiat -Konzern gehörende Marke Alfa Romeo. In Italien griffen die Deutschen in diesem Jahr bereits zu. Sie übernahmen das Designstudio Italdesign Giugiaro.

Zudem will  VW stärker in den wichtigen Schwellenländern investieren. Allein in China sollen bis 2012 zusätzlich 1,6 Mrd. Euro ausgegeben werden. Zusammengenommen liegt das Investitionsvolumen der Wolfsburger in der Volksrepublik bei 6 Mrd. Euro.

Insgesamt legte die Nettoliquidität im Automobilbereich (ohne Finanzdienstleistungen) um 42,2 Prozent auf 17,5 Mrd. Euro zu. Aus der erfolgreich abgeschlossenen Kapitalerhöhung waren dem Unternehmen im März bereits rund 3 Mrd. Euro liquide Mittel zugeflossen. Im zweiten Quartal kamen noch ein mal rund 1,1 Mrd. Euro hinzu.

Im Tagesgeschäft fährt Europas größter Autobauer der Konkurrenz auch ohne staatliche Abwrackprämie davon. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 20,7 Prozent auf 61,8 Mrd. Euro. Der Nettogewinn vervierfachte sich fast und liegt nun bei 1,82 Mrd. Euro. Das teilte  VW am Donnerstag in Wolfsburg mit. Mehr als verdreifachen konnte der Konzern das Ergebnis vor Steuern, das nach den ersten sechs Monaten 2,6 Mrd. Euro erreichte. Das operative Ergebnis stiegt von 1,2 auf 2,8 Mrd. Euro.

Vor allem die Kernmarke  Volkswagen Pkw erzielte deutlich höhere Gewinne als im Vorjahr. Das operative Ergebnis erreichte 1 Mrd. Euro, nach nur 200 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Den höchsten Anteil zum operativen Ergebnis des Konzerns steuerte wieder die Premiummarke Audi bei - mit 1,3 Mrd. Euro.


Teil 2: Wie es um VW und seine Marken steht  
VOLKSWAGEN VORZ
WKN
766403
Börsenwert
14.178,00 Mio €
KGV 11e
13,02
Aktueller Kurs
84,69 €
Kurs Erscheinungstag
80,67 €
Stopp
69 €
Veränd. z. Vortag
1,61 %

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