So steigerte der Internetkonzern den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 45,3 Prozent auf 30,5 Mio. Euro. Verantwortlich hierfür waren alle drei Segmente der Gesellschaft gleichermaßen: Im Bereich E-Commerce verbesserten sich die Erlöse um 40,5 Prozent. Der Umsatz des Portalsegments kletterte um 59,8 Prozent auf 13,6 Mio. Euro. Im Techniksegment ging es vor allem dank einer erfreulichen Geschäftsentwicklung des Mobile-Dienstleisters Cellular um 45,5 Prozentauf 4,2 Mio. Euro nach oben.
Besonders zufrieden ist Tomorrow-Focus-Chef Stefan Winners mit seinem Flagschiff: "Unser Hotelbuchungsportal Holidaycheck wächst ohne Ende." Befürchtungen, die Aschewolke würde dem Konzern das Ergebnis verhageln, ließen die Aktie im Frühjahr abstürzen. Allerdings ist es dann doch nicht so schlimm gekommen wie erwartet: "Die Aschewolke hat uns 300.000 bis 400.000 Euro Gewinn gekostet", so Winners. Tomorrow Focus verzeichnete zahlreiche Stornierungen und Umbuchungen und verteilte als Entschädigung Reisegutscheine.
Kritik, der Umsatz sei im zweiten Quartal gegenüber dem Auftaktviertel kaum gewachsen, lässt Winners nicht gelten: "Da unser Geschäft eine gewisse Saisonalität aufweist, zählt für uns nur der Vorjahresvergleich." Wegen verstärkter Reisebuchungen sind bei Tomorrow Focus in der Regel die Quartale eins und drei stärker. Im Schussviertel kommt ein starkes Advertisinggeschäft dazu. Insgesamt blickt Winners daher zuversichtlich auf den Rest des Jahres 2010: "Wir gehen davon aus, dass wir zum Jahresende innerhalb der Bandbreite der Analystenschätzungen hinsichtlich Umsatz und Gewinn liegen werden." Die Experten schätzen im Schnitt, dass Tomorrow Focus rund 122 Mio. Euro umsetzen und ein Ergebnis je Aktie von 0,12 Euro erzielen wird. Das wäre eine glatte Gewinnverdopplung gegenüber 2009.
Dass Tomorrow Focus auf Kurs ist, zeigen die Daten für das erste Halbjahr: Während sich das Konzernergebnis vor Steuern von 0,8 auf 2,5 Mio. Euro verbesserte, stehen unterm Strich statt 0,00 Euro je Aktie nun 0,03 Euro je Anteilschein. Alleine im zweiten Quartal hat Tomorrow Focus 0,05 Euro je Titel verdient. Angenommen, der Konzern würde dieses Ergebnis im dritten und vierten Quartal wiederholen können, würden am Jahresende 0,13 Euro je Papier herausspringen - genug, um wie geplant eine Dividende zu zahlen.
Für Phantasie sorgen auch die Akquisitionspläne von Winners: "Wir schauen uns derzeit nach Übernahmekandidaten um." Aufgrund der geringen Verschuldung des Unternehmens hält Winners Kaufpreise von fünf bis 50 Mio. Euro für machbar, wobei Zielobjekte im Vordergrund stehen, welche die Profitabilität der Gesellschaft voranbringen.
Insgesamt ist die langfristige Wachstumsstory von Tomorrow Focus intakt. Wir hatten das Unternehmen bereits ausführlich in BÖRSE ONLINE RESEARCH 01/2010 analysiert. Allerdings reflektiert der Aktienkurs das große Wachstumspotenzial noch in keinster Weise. Auch heute reagiert die Notiz auf das ansehnliche Zahlenwerk nur mit geringen Ausschlägen nach oben - gut für Anleger. Denn sie erhalten damit ausgezeichnete Einstiegskurse. Wer sich engagiert, sollte einen langen Atem mitbringen. Denn Winners Strategie ist weniger auf schnelle Kursgewinne als vielmehr auf langfristiges Unternehmenswachstum ausgerichtet: "Wir sind keine Kurzstreckenläufer", so das Motto des Managers. Doch auch kurzfristig könnte es nach oben gehen, denn charttechnisch betrachtet ist es um den Titel nicht schlecht bestellt: Schafft die Notiz den Sprung über den Widerstandsbereich um 3,20/3,40 Euro, ist der Ausbruch perfekt.
| WKN | 549532 |
| Börsenwert | 169,64 Mio € |
| KGV 11e | 16,84 |
| Aktueller Kurs | 3,18 € |
| Kurs Erscheinungstag | 3,19 € |
| Stopp | 2,75 € |
| Veränd. z. Vortag | -0,75 % |